Eons Gewinnprognose ist grenzwertig und kauft sich bei Endesa ein!

28 03 2008
Der Energiekonzern hat seine Prognose präzisiert und 2008 einen Gewinn an der unteren Grenze der weiter geltenden Spanne von plus fünf bis zehn Prozent in Aussicht gestellt. Die Eon-Aktie rutscht ab und zieht auch den Dax nach unten.
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“Das könnte man als kleine Gewinnwarnung interpretieren”, kommentierte ein Händler. Analyst Sven Diermeier von Independent Research wollte so weit zwar nicht gehen, stellte aber sein bisher bei “Kaufen” liegendes Votum unter Beobachtung. Eon-Papiere geben in der Spitze um bis zu 3,68 Prozent ab. Das Dax-Schwergewicht zieht auch den deutschen Leitindex nach unten: Der Dax rutschte um 0,3 Prozent auf 6555 Punkte, wobei alleine Eon-Aktien für 16 Zähler verantwortlich waren.

Hintergrund für die gedämpfte Gewinnerwartung ist die Übernahme von Aktivitäten von Endesa, die sich bis ins dritte Quartal ziehen wird. Die Ergebnisse der akquirierten Bereiche fließen daher erst in der zweiten Jahreshälfte in die Eon-Bilanz ein. Eon hatte bereits zuvor erklärt, je später das Endesa-Paket übernommen werde, desto ungünstiger werde sich dies auf die Prognosespanne auswirken.

Endesa-Übernahme kommt Eon teurer zu stehen
Bis zum frühen Nachmittag hatte die Eon-Aktie noch deutlich im Plus tendiert. Zwar war bekannt geworden, dass der Versorger für die Übernahmen von Teilen seines Konkurrenten Endesa mit 11,8 Milliarden Euro deutlich mehr zahlen muss als bislang angekündigt. Der Markt hatte aber offenbar mit Schlimmerem gerechnet. Ergo zählte die Eon-Aktie zunächst zu den großen Dax-Gewinnern.

Einige Händler waren nach einem Medienbericht vom Oktober von einem noch höheren Kaufpreis ausgegangen. Damals war von 12,5 Milliarden Euro die Rede gewesen. Am Freitag stimmte der Aufsichtsrat von Eon der Transaktion auf seiner Sitzung zu.

Übernahme zu einem fairen Preis?
Vorstandschef Wulf Bernotat verteidigte den Übernahmepreis: “Der jetzt erzielte Kaufpreis wurde von mehreren Banken ermittelt und spiegelt den fairen Marktwert der Anteile wider.”

Auch LBBW-Analyst Bernhard Jeggle urteilte positiv über den Kauf der Endesa-Geschäftsteile: “Dies bedeutet weitere Fortschritte hinsichtlich der Internationalisierung und Diversifikation des E.ON-Konzerns. Dies werten wir positiv hinsichtlich der damit verminderten Anfälligkeit des Konzerns bezüglich Entwicklungen in einzelnen Ländern.” Auf mittlere Sicht könne das Geschäft dazu beitragen, das Bewertungsniveau der EON-Aktie auf das Niveau der internationalen Konkurrenten anzuheben.


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