Skunks’s Weblog


“Todes-Angst vor der Spenden-Mafia“

Martin S.* ist der wichtigste Zeuge im Skandal um die dubiosen Machenschaften des Vereins „Kinderhilfe National e.V.“. Er war 2. Vorsitzender des Vereins und wird jetzt bedroht

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SMartin S. (58) zeigt seine ehemalige Visiten- Karte des Vereins „Kinderhilfe National e.V.“ Zeitweilig war er als 2. Vorsitzender tätig

Die Geschäfte des Vereins „Kinderhilfe National e.V.“. Immer neue Details belasten die dubiosen Spendensammler. Ein Ex-Mitarbeiter behauptet jetzt: „Ich werde bedroht, habe Todesangst.“

Martin S. (58) war nach eigenen Angaben über mehrere Monate bei der „Kinderhilfe“ tätig, die auf Berlins Straßen angeblich für krebskranke Kinder sammelt. Im Oktober 2007 sei er auf den Verein aufmerksam geworden, berichtet Martin S.. „Ich wollte etwas Gutes tun, in meiner Freizeit benachteiligten Kindern helfen“

Doch schon nach wenigen Wochen bei der „Kinderhilfe“ kamen dem 58-Jährigen Zweifel an der Seriosität. Er erhebt schwere Vorwürfe: „Ich fand heraus, dass die Mitarbeiter 40 Prozent der Einnahmen selbst behalten und das Ehepaar W. sich den Rest des Geldes in die eigene Tasche steckt“, so der Ex-Mitarbeiter.

Ehepaar schweigt

Er behauptet auch, dass Spendengelder in ein Steglitzer Bordell gesteckt wurden (B.Z. berichtete). Für diesen Puff zeichnet Thomas W. verantwortlich – der Ehemann von Spendenchefin Juliana W.

Als Martin S. von den Machenschaften erfuhr, habe er gekündigt, sagt er. „Als ich aussteigen wollte, bedrohte man mein Leben.“ Außerdem habe er das Ehepaar anzeigen wollen. „Da drohte man mir und meiner Familie am Telefon. Seitdem werde ich fast täglich eingeschüchtert.“

Zu einer Stellungnahme war das Ehepaar W. gestern erneut nicht bereit.

Nach der Berichterstattung über die dubiosen Spendensammler hat das Vereins-Pendant „Kinder in Not e.V.“ in Hamburg inzwischen reagiert. Dessen Chef Jürgen W., Schwager von Juliana W., will den Verein nach eigenen Angaben jetzt auflösen.

Wie in Berlin gibt es auch in Hamburg Anzeigen gegen die dubiosen Spendensammler.

* Name geändert


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